Steigende Rohstoffpreise im Bau

Steigende Rohstoffpreise im Bau

Trotz der guten Auftragslage herrscht Ungewissheit in der Baubranche. Grund hierfür: steigende Rohstoffpreise sowie Lieferengpässe bei Rohstoffen.

Die Baubranche kam relativ gut durch das Corona-Jahr 2020, jedoch sorgen nun seit Jahresbeginn steigende Rohstoffpreise, sowie Rohstoffengpässe für Kopfzerbrechen. Vor allem die horrenden Preisanstiege bei Holz und Stahl sorgen für Probleme. Im Holzbau wird über Preissteigerungen von bis zu 60 % berichtet, während für Betonstahl im ersten Quartal 2021 um 30 % mehr bezahlt werden musste, als noch zu Ende des letzten Jahres. Aber auch für andere Rohstoffe wie Zement, Isolierungsmaterialien, Farbe, Beton, Pflaster etc. steigen im Moment die Preise. Neben Preiserhöhungen führt auch die Knappheit der Rohstoffe an sich zu Problemen und Lieferverzögerungen.

Gründe für steigende Preise und Engpässe

Der Grund für die explodierenden Kosten für Rohstoffe liegt in der hohen Nachfrage. Besonders der Aufschwung in China, aber auch in den USA führen dazu, dass die Nachfrage im Moment das Angebot übersteigt, was zu steigenden Preisen führt. Der Engpass an Rohstoffmaterialien wiederum hat vielfältige Gründe. Diese reichen von Ausfällen beim Rohstoffeinkauf, bei Corona-bedingten Produktionsengpässen, bei einem Mangel an verfügbaren Frachtcontainern, an fehlendem Verpackungsmaterial uvm.

All dies führt dazu, dass sich die Situation immer weiter zuspitzt. Da die Preise nicht mehr so schnell auf Vorkrisenniveau fallen werden, hat Statistik Austria den Baukostenindex auf das Jahr 2020 umbasiert. Die Werte in der Tabelle zeigen, dass sich die Baukostenerhöhung bereits in allen Bausparten niedergeschlagen hat. Im Brückenbau und Wohnhaus- und Siedlungsbau stieg der Index im 2. Quartal besonders stark (auf 105,6 bzw. 103,9). Auch in den anderen Sparten kam es zu einem Anstieg des Index. Laut Prognose werden die Preise im 3. bzw. 4. Quartal weiter ansteigen.

ZeitraumWohn- und
Siedlungsbau
StraßenbauBrückenbauSiedlungswasserbau
Basisjahr 2020 (=Index 100,0)
1. Quartal 2021102,8101,2103,9101,7
2. Quartal 2021103,9102,3105,6102,7
3. Quartal 2021105,1103,4106,7103,7
4. Quartal 2021107,0105,5109,4104,9
Baukostenindex Gesamtbaukosten Basisjahr (Quelle: Statistik Austria)
Tipps für die momentane Situation

Experten erwarten jedoch, dass sich die Preise dann auf hohem Niveau wieder einpendeln werden. Um vom Engpass und Preisanstieg möglichst verschont zu bleiben, wird von sogenannten Single-Source-Lieferketten abgeraten. Vorzugsweise soll mit einer Vielzahl an Lieferanten zusammengearbeitet werden, um Rohstoffverfügbarkeit zu gewährleisten. Da aufgrund der explodierenden Kosten Preissteigerungen nahezu unvermeidlich sind, wird außerdem empfohlen, möglichst offen mit den Kunden über die Situation zu kommunizieren, um in engem Austausch schnell und bestmöglich reagieren zu können.

Abgeraten wird hingegen von Hamsterkäufen, da diese das Problem nur noch weiter verschlimmern und die Situation befeuern. Außerdem sollte bei Bauvorhaben nicht auf Last-Minute-Deals gehofft werden, hingegen soll rechtzeitig bestellt und langfristig geplant werden.

Quellen:

(© Bild: Pixabay)

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